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What Happened to Credit Suisse Group AG?

Die Credit Suisse, einst ein globaler Bankenriese, brach im März 2023 nach jahrelangen Skandalen, massiven finanziellen Verlusten und einem schweren Vertrauensverlust bei Kunden und Anlegern zusammen. Sie wurde von ihrem Konkurrenten, der UBS, im Rahmen eines von der Regierung organisierten Notgeschäfts übernommen, um eine größere Finanzkrise zu verhindern. Der Integrationsprozess durch die UBS ist im Gange und soll bis Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein, wobei die Marke Credit Suisse nach und nach verschwindet.

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Quick Answer

Die Credit Suisse brach im März 2023 aufgrund einer Reihe von Skandalen, erheblicher finanzieller Verluste und eines schnellen Abflusses von Kundengeldern zusammen, was zu einer akuten Vertrauenskrise führte. Um eine systemische Finanzkrise abzuwenden, veranlasste die Schweizer Regierung eine Notübernahme durch den größeren Konkurrenten UBS für 3 Milliarden CHF. Seitdem hat UBS die Integration der Credit Suisse aktiv vorangetrieben und strebt einen weitgehenden Abschluss bis Ende 2026 an, der die Migration von Kundenkonten, die Stilllegung der Infrastruktur und die Abschaffung der Marke Credit Suisse umfasst. Die rechtlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch, insbesondere im Zusammenhang mit der Abschreibung von AT1-Anleihen und historischen Fragen, dauern bis 2026 an.

📊Key Facts

Anschaffungspreis
CHF 3 billion ($3.25 billion)
UBS, Swiss Government
AT1 Anleihe Abschreibung
CHF 16 billion ($17 billion)
FINMA
Kundenabflüsse (Q4 2022)
CHF 110 billion ($119 billion)
Credit Suisse
Einlagenverluste insgesamt (Ende 2021-Q1 2023)
~58%
Adeva Partners
Liquiditätshilfe der Schweizerischen Nationalbank
CHF 50 billion (initial loan), up to CHF 200 billion (emergency facilities)
SNB
UBS-Kosteneinsparungsziel
$13 billion by end of 2026
UBS
Stellenabbau (Schweiz)
3,000
Prefex
Eidgenössische Schadenersatzgarantie
CHF 9 billion (terminated August 2023)
Swiss Government, UBS

📅Complete Timeline15 events

1
Februar 2020Major

CEO Tidjane Thiam tritt inmitten eines Spionageskandals zurück

Die Amtszeit von Tidjane Thiam, CEO der Credit Suisse, endet, nachdem eine Untersuchung ergeben hat, dass die Bank Privatdetektive angeheuert hat, um den ehemaligen Leiter der Vermögensverwaltung Iqbal Khan auszuspionieren.

2
März 2021Major

Zusammenbruch von Greensill Capital führt zum Einfrieren von 10 Mrd. Dollar Fonds

Die Credit Suisse ist stark vom Zusammenbruch des britischen Finanzunternehmens Greensill Capital betroffen, der zur Schliessung von vier damit verbundenen Fonds mit Investitionen von rund 10 Milliarden Dollar führte.

3
März 2021Critical

Ausfall von Archegos Capital führt zu 5,5 Mrd. Dollar Verlust

Nur wenige Wochen nach dem Zusammenbruch von Greensill verliert die Credit Suisse 5,5 Milliarden Dollar, als das US-amerikanische Family Office Archegos Capital Management mit hoch fremdfinanzierten Wetten in Verzug gerät.

4
Februar 2022Major

Datenleck "Suisse Secrets" legt Kundenkonten offen

Ein massives Datenleck, genannt "Suisse Secrets", enthüllt Details von über 18'000 Kundenkonten und schadet dem Ruf der Bank weiter.

5
Juni 2022Major

Verurteilung wegen Geldwäsche in bulgarischem Drogenfall

Die Credit Suisse und ein ehemaliger Mitarbeiter werden vom Schweizer Bundesstrafgericht für schuldig befunden, die Geldwäscherei eines bulgarischen Kokainhandelsrings nicht verhindert zu haben.

6
Februar 2023Major

Meldet 7,3 Milliarden CHF Jahresverlust und massive Abflüsse

Die Credit Suisse gibt den grössten Jahresverlust seit der Finanzkrise 2008 bekannt (CHF 7,3 Milliarden) und meldet Kundenabflüsse von über CHF 110 Milliarden im 4. Quartal 2022.

7
8. März 2023Critical

Jahresbericht verzögert sich aufgrund der SEC-Untersuchung

Die Credit Suisse verzögert die Veröffentlichung ihres Geschäftsberichts 2022, nachdem sie eine verspätete Aufforderung der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) bezüglich der Kapitalflussrechnung erhalten hat.

8
März 15, 2023Critical

Saudische Nationalbank verweigert weitere Refinanzierung; Aktien stürzen ab; SNB stellt Liquidität zur Verfügung

Der grösste Aktionär der Credit Suisse, die saudische Nationalbank, erklärt, er werde "auf keinen Fall" zusätzliche finanzielle Unterstützung leisten, was die Aktie um 24% einbrechen lässt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stellt einen Rettungsanker in Höhe von 50 Mrd. CHF zur Verfügung.

9
März 19, 2023Critical

UBS erwirbt Credit Suisse in einem Notgeschäft; AT1-Anleihen werden vernichtet

Im Rahmen eines von der Regierung vermittelten Deals stimmt die UBS der Übernahme der Credit Suisse für 3 Milliarden CHF zu. Als Teil der Rettungsaktion werden 16 Milliarden Franken (17 Milliarden Dollar) der Additional-Tier-1-Anleihen (AT1) der Credit Suisse umstrittenerweise auf Null abgeschrieben.

10
11. August 2023Major

UBS kündigt freiwillig Staatsgarantien

UBS kündigt die freiwillige Beendigung der Verlustabsicherung des Bundes in Höhe von 9 Milliarden Franken und des öffentlichen Liquiditätspuffers in Höhe von 100 Milliarden Franken an und signalisiert damit Vertrauen in den Fortschritt der Integration.

11
1. Juli 2024Major

Credit Suisse (Schweiz) AG fusioniert mit UBS Switzerland AG

Die rechtliche Fusion der beiden inländischen Gesellschaften Credit Suisse (Schweiz) AG und UBS Switzerland AG ist ein wichtiger Schritt im Integrationsprozess.

12
23. Dezember 2025Major

UBS plant neuen Stellenabbau im letzten Jahr der Integration

UBS kündigt an, ab Mitte Januar 2026 eine neue Runde von Stellenstreichungen vorzunehmen, da sie in das letzte Jahr der Integration der Credit Suisse eintritt und weitere Optimierungen und Kosteneinsparungen anstrebt.

13
6. Januar 2026Major

UBS konsolidiert die Führung für die letzte Integrationsphase

UBS ernennt Beatriz Martin zum Group Chief Operating Officer und zur Leiterin von Group Technology. Damit werden die Verantwortlichkeiten zusammengelegt, um die Umsetzung der letzten Phase der Integration der Credit Suisse zu verbessern.

14
3. Februar 2026Notable

US-Gericht weist Anlegerklage ab und verweist an die Schweiz

Ein US-Berufungsgericht weist eine geplante Sammelklage von Anlegern der Credit Suisse ab. Es entscheidet, dass New York kein geeigneter Gerichtsstand ist und weist die Anleger an, ihre Klage in der Schweiz einzureichen.

15
6. Februar 2026Major

Neue Erkenntnisse aus der Nazi-Zeit zeigen Lücken bei der Einhaltung von Vorschriften auf

Eine unabhängige Untersuchung bringt neue Beweise ans Licht, die die Credit Suisse mit Finanznetzwerken aus der Nazi-Zeit in Verbindung bringen, darunter Konten, die mit Nachkriegs-"Rattenlinien" verbunden sind, und Vermögenswerte, die jüdischen Opfern entzogen wurden.

🔍Deep Dive Analysis

Der Untergang der Credit Suisse Group AG, eines ehrwürdigen, 1856 gegründeten Schweizer Bankinstituts, war der Höhepunkt jahrelanger Misswirtschaft, wiederholter Skandale und erheblicher finanzieller Fehltritte, die das Vertrauen von Anlegern und Kunden untergraben haben. Die Bank war mit zahlreichen Kontroversen konfrontiert, darunter ein Spionageskandal im Jahr 2019, massive Verluste durch die Zusammenbrüche von Greensill Capital und Archegos Capital Management im Jahr 2021 und eine strafrechtliche Verurteilung wegen Geldwäsche im Jahr 2022.

Das "Warum" des Zusammenbruchs deutet auf ein grundlegendes Versagen im Risikomanagement und in der Unternehmenskultur hin, wie die Schweizer Finanzaufsicht FINMA feststellte. Obwohl die Bank die aufsichtsrechtlichen Kapital- und Liquiditätsanforderungen erfüllte, kam es zu einem raschen und umfangreichen Abfluss von Kundengeldern, der durch digitale Kommunikationskanäle noch verstärkt wurde und Ende 2022 und Anfang 2023 zu einem "digitalen Bank Run" führte. Ein kritischer Wendepunkt trat im März 2023 ein, als die Credit Suisse ihren Jahresbericht aufgrund einer SEC-Untersuchung verzögerte und ihr grösster Aktionär, die Saudi National Bank, sich öffentlich weigerte, weitere finanzielle Unterstützung zu leisten, was einen Panikverkauf von Aktien auslöste.

Als Reaktion auf die sich zuspitzende Krise stellte die Schweizerische Nationalbank (SNB) eine Liquiditätshilfe in Höhe von 50 Milliarden Franken zur Verfügung, was jedoch das Vertrauen nicht wiederherstellen konnte. Schließlich vermittelte die Schweizer Regierung am 19. März 2023 eine Notübernahme durch die UBS für 3 Mrd. CHF (ca. 3,25 Mrd. $) in einem reinen Aktiengeschäft, um den Zusammenbruch der Bank zu verhindern und die Stabilität des globalen Finanzsystems zu sichern. Ein umstrittener Aspekt der Übernahme war die vollständige Abschreibung der Additional-Tier-1-Anleihen (AT1) der Credit Suisse in Höhe von 16 Mrd. CHF (ca. 17 Mrd. USD), die zahlreiche Klagen von Anleihegläubigern nach sich zog.

Die Integration der Credit Suisse in UBS per 1. März 2026 ist in vollem Gange. UBS will die Integration bis Ende 2026 weitgehend abschliessen und konzentriert sich dabei auf die Migration von Kundenkonten, die Stilllegung der Infrastruktur und die Realisierung von erheblichen Kostensynergien. Es wird erwartet, dass die Marke Credit Suisse schrittweise verschwindet, da die Fusion von Credit Suisse (Schweiz) AG und UBS Switzerland AG im Juli 2024 vollzogen ist. UBS hat erhebliche Fortschritte bei der Migration von Kundenkonten gemacht, insbesondere im Wealth Management, und setzt den Personalabbau fort, der bis 2026 fortgesetzt werden soll. Rechtliche Herausforderungen bestehen weiterhin, darunter Klagen von Anlegern, die vor US-Gerichten abgewiesen wurden, aber möglicherweise in der Schweiz erneut eingereicht werden, sowie neue Erkenntnisse vom Februar 2026, die die Credit Suisse mit Finanznetzwerken aus der Nazi-Zeit in Verbindung bringen, was auf anhaltende Compliance- und Reputationsrisiken hinweist.

What If...?

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People Also Ask

Warum ist die Credit Suisse zusammengebrochen?
Der Zusammenbruch der Credit Suisse ist auf ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren zurückzuführen, darunter jahrelange kostspielige Skandale (z. B. Greensill, Archegos, Geldwäsche), erhebliche finanzielle Verluste und ein rapider Vertrauensverlust der Kunden, der zu massiven Einlagenabflüssen führte. Fehler im Risikomanagement und in der Unternehmenskultur wurden als Hauptursachen ausgemacht.
Wer hat die Credit Suisse übernommen?
Die Credit Suisse wurde am 19. März 2023 von ihrem größeren Schweizer Konkurrenten, der UBS Group AG, im Rahmen eines von der Regierung organisierten Notgeschäfts übernommen. Der Übernahmepreis betrug 3 Milliarden CHF in einer reinen Aktientransaktion.
Was geschah mit den AT1-Anleihen der Credit Suisse?
Im Rahmen der Notübernahme durch die UBS wurden rund 16 Milliarden Franken (17 Milliarden Dollar) der Additional-Tier-1-Anleihen (AT1) der Credit Suisse von der Schweizer Finanzaufsicht FINMA umstrittenerweise auf Null abgeschrieben. Diese Entscheidung löste zahlreiche Klagen von Anleihegläubigern aus.
Wie steht es um die Credit Suisse im Jahr 2026?
Ab März 2026 ist die Credit Suisse keine unabhängige Einheit mehr. Ihr Geschäft wird in UBS integriert, wobei dieser Prozess bis Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein dürfte. Die Marke Credit Suisse wird weltweit abgeschafft.
Wird die Marke Credit Suisse verschwinden?
Ja, UBS hat ihre Absicht bekundet, die Marke Credit Suisse schrittweise abzubauen. UBS-CEO Sergio Ermotti hat angedeutet, dass die Marke Credit Suisse bis 2026 nur noch in bestimmten Märkten existieren und schliesslich ganz verschwinden wird.