What Happened to HD DVD?
HD DVD war ein hochauflösendes optisches Disc-Format, das von Toshiba und Microsoft entwickelt wurde, um mit der Blu-ray Disc von Sony zu konkurrieren. Der Formatkrieg endete im Februar 2008, als Toshiba die HD DVD offiziell einstellte, nachdem große Studios und Einzelhändler ihre Unterstützung zurückgezogen hatten.
Quick Answer
Die HD DVD wurde im Februar 2008 eingestellt, nachdem sie den Kampf um das hochauflösende Format gegen Blu-ray verloren hatte. Obwohl die HD DVD billiger in der Herstellung war und anfänglich Marktvorteile hatte, verlor sie die entscheidende Unterstützung von großen Filmstudios wie Warner Bros. und Einzelhändlern wie Walmart. Toshiba stellte die Produktion und Entwicklung von HD DVD am 19. Februar 2008 offiziell ein und markierte damit einen der entscheidendsten Formatkriege in der Geschichte der Unterhaltungselektronik.
📊Key Facts
📅Complete Timeline13 events
Beginn der HD DVD-Entwicklung
Toshiba und NEC beginnen mit der Entwicklung des Advanced Optical Disc-Formats, das später in HD DVD umbenannt wird. Das DVD-Forum billigt die Spezifikation als Nachfolger der Standard-DVD.
Der Formatkrieg wird offiziell
Sony und Toshiba können sich nicht auf ein gemeinsames Format der nächsten Generation einigen. Beide Unternehmen kündigen an, dass sie mit getrennten Formaten fortfahren werden: Blu-ray und HD DVD.
Einführung von HD DVD-Playern
Toshiba bringt die ersten HD DVD-Player in Japan auf den Markt, gefolgt von der Einführung in den USA im April. Die ersten Preise beginnen bei 499 $ und liegen damit deutlich unter denen der ersten Blu-ray-Player.
Xbox 360 HD DVD Add-on veröffentlicht
Microsoft bringt das Xbox 360 HD DVD-Laufwerk für 199 Dollar auf den Markt und verschafft HD DVD eine größere Marktreichweite und Unterstützung für Spielekonsolen.
Paramount entscheidet sich für HD DVD
Paramount Pictures kündigt exklusive Unterstützung für HD DVD an, nachdem sie Berichten zufolge 150 Millionen Dollar an Anreizen erhalten haben, was der HD DVD einen wichtigen Sieg des Studios beschert.
HD DVD erreicht Preisgleichheit
HD DVD-Player fallen unter 300 $, während Blu-ray-Player weiterhin über 500 $ kosten. Die HD DVD gewinnt aufgrund des Preisvorteils vorübergehend an Dynamik.
Ferienzeit-Boost
Aggressive Preisgestaltung und Werbemaßnahmen verhelfen der HD DVD zu ihrem besten Verkaufsmonat, aber die Blu-ray behauptet durch die PS3-Verkäufe ihre Marktführerschaft.
Warner Bros. entscheidet sich für Blu-ray
Warner Bros. kündigt exklusive Blu-ray-Unterstützung ab Juni 2008 an, wodurch Blu-ray die Kontrolle über etwa 70 % der wichtigsten Studioinhalte erhält.
Einzelhändler beginnen den Exodus
Walmart kündigt an, HD DVD bis Juni 2008 auslaufen zu lassen, und kurz darauf erklären Best Buy und andere große Einzelhändler, dass sie Blu-ray bevorzugen.
Netflix gibt HD DVD auf
Netflix kündigt an, ab Ende 2008 ausschließlich Blu-ray-Discs anzubieten und begründet dies mit dem Wunsch der Kunden und einer vereinfachten Lagerverwaltung.
Toshiba stellt HD DVD ein
Toshiba kündigt offiziell an, die Entwicklung und Produktion von HD-DVD-Playern und -Rekordern einzustellen und damit den Formatkrieg zu beenden.
Microsoft stellt Xbox-Unterstützung ein
Microsoft stellt das HD-DVD-Laufwerk der Xbox 360 ein und kündigt an, dass es HD-DVD nicht in zukünftige Xbox-Konsolen integrieren wird.
Letzte HD DVD-Titel veröffentlicht
Die letzten großen HD-DVD-Filme kommen in die Läden, da die Studios ihre bestehenden Verpflichtungen erfüllen. Die Produktion neuer HD-DVD-Filme wird effektiv eingestellt.
🔍Deep Dive Analysis
HD DVD entstand 2006 als Toshibas Antwort auf das optische Disc-Format der nächsten Generation und konkurrierte direkt mit der Blu-ray Disc-Technologie von Sony. Anfangs schien die HD DVD mehrere Vorteile zu haben: Sie war billiger in der Herstellung, verwendete bekannte DVD-Produktionstechniken und wurde von der Xbox-Abteilung von Microsoft und großen Studios wie Universal und Paramount stark unterstützt (Quelle: The New York Times, 2008). Das Format konnte 15 GB auf einer einzigen Schicht speichern, verglichen mit 25 GB bei Blu-ray, aber diese geringere Kapazität sollte sich letztendlich als Einschränkung erweisen.
Der Formatkrieg verschärfte sich im Laufe des Jahres 2007, als beide Seiten um exklusive Inhalte und Hardwarepartnerschaften kämpften. HD DVD behielt einen Preisvorteil, da die Abspielgeräte oft 100 bis 200 Dollar weniger als die entsprechenden Blu-ray-Geräte kosteten, und Microsofts Xbox 360 HD DVD-Zusatzmodul sorgte für eine zusätzliche Marktdurchdringung (Quelle: CNET, 2007). Das integrierte Blu-ray-Laufwerk der PlayStation 3 verschaffte Sony jedoch einen massiven Vorteil bei der installierten Basis, da jede PS3-Konsole als Blu-ray-Player diente.
Der Anfang vom Ende kam im Januar 2008, als Warner Bros., das sich bis dahin neutral im Formatkrieg verhalten hatte, eine exklusive Unterstützung für Blu-ray ankündigte. Diese Entscheidung verschaffte Blu-ray einen entscheidenden Vorteil bei der Unterstützung durch Studios, die etwa 70 % der Filminhalte kontrollieren (Quelle: Variety, 2008). Innerhalb weniger Wochen kündigten große Einzelhändler wie Walmart, Best Buy und Netflix an, dass sie die Unterstützung von HD DVD einstellen würden.
Die Ankündigung von Toshiba am 19. Februar 2008, die Entwicklung von HD DVD einzustellen, kam nach wachsenden Verlusten, die auf über 1 Milliarde Dollar geschätzt wurden, und der Erkenntnis, dass sich das Format nicht vom Verlust der Unterstützung durch Studios und Einzelhändler erholen konnte (Quelle: Reuters, 2008). Das Unternehmen bot Rabattprogramme für frühe Anwender an und setzte den begrenzten Support für bestehende Player fort, stellte aber die Produktion neuer Geräte sofort ein. Der Krieg um das HD-DVD-Format wurde zu einer Fallstudie wie aus dem Lehrbuch, die zeigt, dass die Verfügbarkeit von Inhalten und der Vertrieb im Einzelhandel oft wichtiger für den Erfolg eines Formats sind als die technischen Spezifikationen.
What If...?
Erkunden Sie alternative Geschichten. Was wäre, wenn HD DVD andere Entscheidungen getroffen hätte?